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23.02.2021

Wie sich das THW in Fürstenwalde/Spree für Katastrophen wappnet

Corona und die Schweinepest halten das Technische Hilfswerk in Fürstenwalde/Spree auf Trab. Doch die Ehrenamtlichen sollen mehr Unterstützung und neues Gerät bekommen.

Klimawandel, Naturkatastrophen und hybride Kriegsführung stellen das Technische Hilfswerk (THW) vor neue Herausforderungen. „Die Bundesanstalt THW passt sich an“, sagt Lars Buchholz, der die Dienstelle an der Lise-Meitner-Straße in Fürstenwalde/Spree leitet. Das Weißbuch zur Verteidigung des Landes von 2016 gehe von neuen Gefahrenlagen aus. „Bei Naturkatastrophen sind wir zum Beispiel besonders anfällig für Stromausfälle“, erklärt er. Da gelte es die Notstromversorgung zu sichern. Aus dem Weißbuch wurde ein Rahmenkonzept für das THW entwickelt, das sich derzeit in der Umsetzung befinde. Für Fürstenwalde/Spree bedeutet das vor allem mehr Stellen und neue Geräte.

lm Katastrophenfall handlungsfähig

„Das THW ist so aufgebaut, dass es autark handeln kann“, erklärt der Ortsbeauftragte. Mit den Anpassungen sei die Logistik in Fürstenwalde/Spree mit mehr Personal und deutlich mehr Technik aufgewertet worden. Zudem gebe es für die Notversorgung zusätzliche Zelte und Geräte, mit denen nicht nur die Einsatzkräfte, sondern auch die Bürger versorgt werden können. Neu sei auch der Werkstattcontainer, der im Dezember angekommen ist. Zusammen mit einem Zelt und einer Hebebühne ermöglicht er die Reparatur von schweren Gerät im Feld, selbst von Lkw. „Damit kann die Handlungsfähigkeit gewährleistet bleiben“, erklärt Buchholz.

Mehrere Fachgruppen in Fürstenwalde/Spree

Der Standort Fürstenwalde/Spree beherbergt mehrere Abteilungen des THW, die unterschiedliche Gebiete abdecken: Die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung, die die Notversorgung von Gebäuden mit Strom, Licht, bis hin zu Unterkünften sicherstellt. Die Fachgruppe Wassergefahren, die technische Hilfe auf dem Wasser für andere Behörden oder im Fall eines Hochwassers bereitstellt und die Fachgruppe Logistik und Materialwirtschaft, die über spezielle Fähigkeiten im Bereich der materiellen Versorgung, Transport, Umschlag und Instandhaltung verfügt. Zudem ist dort eine Bergungsgruppe stationiert, die für Gemeinden und Kommunen schnelle technische Hilfe leistet.

lm Entsatz gegen Corona und Afrikanische Schweinepest

Wenn Lars Buchholz aus dem Fenster seines Büros blickt, liegen dort mehr als zehn Kilometer an Bauzäunen des Landkreises Oder-Spree. Sie sind auf dem Gelände zwischengelagert, bis sie zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aufgestellt werden. „25-mal waren wir im vergangenen Jahr im Einsatz“, erklärt der Ortsbeauftragte. Darunter waren viele coronabedingte Transporte: Desinfektionsmittel, Masken und Material. „Unsere Dienststellen beliefern die Bundesbehörden in Berlin“, sagt Buchholz.

Zu Fuß auf Suche nach toten Wildschweinen

Doch meist war der THW-Ortsverband im Einsatz, um den Landkreis Oder-Spree zu unterstützen. Das Ziel: die Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest. „Wir haben zu Fuß und mithilfe von Drohnen Fallwild gesucht und geborgen“, berichtet Buchholz. Allein 17-mal waren sie deswegen draußen; Zäune errichten, Material anliefern und dem Kreis mit Rat und Tat zur Seite stehen.

15.147 Dienststunden abgeleistet

Große Katastrophen sind zum Glück ausgeblieben. „Gott sei Dank“, sagt der 43-Jährige. Dennoch schaut er immer wieder nach der Wetterlage. Bislang war in den Flüssen nur leichtes Hochwasser zu verzeichnen. Doch falls es steigt, sind die Helfer des THW zur Stelle. 2020 haben aber vor allem die ASP-Einsätze viel Personal erfordert. 15.147 Dienststunden hätten seine Leute geleistet – ehrenamtlich und unter Corona-Bedingungen, betont Buchholz. 68 Mitglieder hat der Ortsverband Fürstenwalde/Spree derzeit, darunter zehn Junghelfer der THW-Jugend. Auch für Buchholz selbst ist die Leitung der Dienstelle ein Ehrenamt, hauptberuflich arbeitet er in der Kreisverwaltung. 1998 hat er als Helfer angefangen und 2004 dann die Leitung übernommen.

Neue Helfer immer willkommen

Die Zahl der Mitglieder des Fürstenwalder Ortsverbandes sei in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Allein im vergangenen Jahr kamen neun neue Helfer hinzu. „Nachwuchssorgen habe ich nicht, eher Personalsorgen“, sagt Buchholz. Denn durch die wachsenden Aufgaben hat das THW inzwischen 102 Stellen zu füllen – alle ehrenamtlich. „Jeder ist willkommen“, sagt Buchholz daher, „vom Schreibtisch-Hengst bis zum Handwerker.“ Und er fügt hinzu: „Wir brauchen mehr Frauen“.Bislang sind nur zehn der 68 Helfer weiblich.

Artikel geschrieben von Andreas Schmaltz (Original Artikel auf der MOZ-Website)